Le’Chajim 2015 – Woche jüdischer Kultur in Rothenburg ob der Tauber

Rabbi Meir Ben Baruch

18.-25. Oktober 2015: Fünfte Woche jüdischer Kultur

„Le Chajim!“ So sagt man in Israel, wenn man ein Glas Wein erhebt und einander zuprostet. „Le Chajim“ bedeutet wörtlich übersetzt „auf das Leben!“ Der Vorbereitungskreis, dem ich auch angehöre, fand, es sollten nicht nur die schlimmen Dinge wie der Holocaust in der Woche eine Rolle spielen, sondern wir wollen in dieser Woche gerade die frohen Seiten des jüdischen Lebens hervorheben und damit ein Zeichen gegen Rassismus setzen und für einen lebendigen Austausch mit der Vielfalt unter den Menschen eintreten. Wie in jedem Jahr gibt es bei dieser Woche auch diesmal zu hören, zu sehen, zu fühlen und manchmal auch zu schmecken. Das einzige Problem war für uns nur: Es leben in Rothenburg keine Juden mehr Tür an Tür mit uns. Deshalb ist es  gar nicht so einfach, eine lebendige Begegnung zu pflegen. Oft gibt es deshalb Vereine wie den Verein Begegnung Christen und Juden e.V. oder die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Franken e.V., die  Raum und Gelegenheiten für die Begegnung mit Juden schaffen. Die jüdische Gemeinde ist mit ihrer Vertreibung am 22. Oktober 1938 untergegangen. Seitdem haben wir in Rothenburg eine „steinerne Situation“, die allenfalls daran erinnert, dass auch hier einmal Juden lebten. Angefangen hatte dann die Woche jüdischer Kultur mit einer Führung durch das jüdische Rothenburg an einem 22. Oktober, an dem man der Vertriebenen gedachte. Dann wurde dieser Tag immer weiter bis zu einer regelrechten Kulturwoche ausgebaut, die aktuelle Fragen in den Mittelpunkt rückt und besonders die fröhliche Seite der jüdischen Religion – le Chajim! „Le’Chajim 2015 – Woche jüdischer Kultur in Rothenburg ob der Tauber“ weiterlesen

Oliver Gußmann

In Rothenburg bin ich Touristen- und Pilgerpfarrer an St. Jakob. Das ist die große, an Kunstschätzen reiche evangelische Kirche mit den Doppeltürmen mitten in Rothenburg! Meine Aufgabe ist es, die Kirchen Rothenburgs Gästen und Touristen aus der ganzen Welt bekannt zu machen. Die zahlreichen Gotteshäuser des gotischen Rothenburgs erzählen mit Bildern und Symbolen vom Glauben, der Liebe und der Hoffnung unserer Vorfahren; sie berichten vom Sterben und Auferstehen, von Hingabe und Erlösung. Bei meiner Arbeit hilft mir ein Kirchenführer-Team. Außerdem traue ich Hochzeitspaare, mache Nachtkirchenführungen und vieles mehr. Gerne führe ich durch das jüdische Rothenburg oder biete für Kinder und Jugendliche kirchenpädagogische Führungen an. Für die Jakobuswege, von denen sich einige in Rothenburg kreuzen, bin ich der Ansprechpartner. Mir liegt eine gesunde Umwelt am Herzen. Darum fahre ich ein "Velomobil" - eine Mischung zwischen Seifenkiste und Rennauto. Wenn Sie so etwas in Rothenburg stehen sehen, bin ich sicher nicht weit entfernt! Mehr über meine Arbeit: www.rothenburgtauber-evangelisch.de/tourismus

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