Kriminal, nicht kriminell. Der Theatersommer in Rothenburg ob der Tauber

Nächste Woche ist es wieder so weit: Rothenburg ob der Tauber wird erneut zur Theaterstadt. Besucher von nah und fern können an insgesamt 49 Spieltagen professionelle Schauspieler hautnah auf der Bühne erleben. Noch ist es aber nicht so weit – und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Das Toppler Theater am Reichsstadtmuseum, Foto: Flight-Pictures/Bildbearbeitung Pfitzinger
Das Toppler Theater am Reichsstadtmuseum, Foto: Flight-Pictures/Bildbearbeitung Pfitzinger

Theater in romantischer Atmosphäre

Zugegeben: ganz so romantisch zeigte sich der Publikumsraum des Toppler Theaters in diesem Jahr (zu Beginn) nicht. Spinnweben hatten die Bühne fest im Griff, Wasser sammelte sich auf den Sitzflächen, Moos und Gras hatten die Pflastersteine schon fast zu einer kleinen Wiese umfunktioniert.

Die Pflastersteine sind "Wild-romantisch"
Die Pflastersteine sind „Wild-romantisch“

Ein klein wenig Arbeit war also schon nötig, um dem Theater wieder die romantische Note zu verleihen, für die es bekannt ist. Jetzt aber kann man es sich wieder alles vorstellen: laue Sommernächte, anregende Gespräche in geselliger Runde – und natürlich amüsante Theaterstücke vor einmaliger Kulisse.

Gäste an einem Premierenabend 2016, Foto © Rolf DiBa
Gäste an einem Premierenabend 2016, Foto © Rolf DiBa

Ein Sonntag zum Töten

Probenfoto aus "Ein Sonntag zum Töten"
Probenfoto

Die erste Eigenproduktion am Toppler Theater, „Ein Sonntag zum Töten“, feiert am 22. Juni erstmals Premiere. Die schrille Kriminalkomödie nimmt das Genre köstlich amüsant aufs Korn und arbeitet seine Vorbilder, Kommissar Clouseau, Miss Marple oder Columbo lückenlos ein. Unter der Regie von Martin König und mit Hilfe von Regie-Assistentin Anne-Kathrin Lipps wurde das in Stuttgart vorgeprobte Stück auf die Verhältnisse der hiesigen Bühne angepasst.

Regisseur Martin König bei den Proben
Regisseur Martin König bei den Proben

Gut eine Woche haben die SchauspielerInnen Barbara von Münchhausen, Marie-Louise Gutteck und Udo Rau nun dafür schon auf der Bühne des Toppler Theaters geprobt. Und so viel kann ich schon verraten: Nicht nur das Bühnenbild scheint ein echter Hingucker zu werden, auch das Stück selbst wird für viele Freudentränen sorgen. Eine Inhaltsbeschreibung finden Sie auf der Webseite des Toppler Theaters.

Die Uraufführung

„Drei Morde, Küche, Bad“ wurde extra von Carsten Golbeck für diePlakatmotiv: "Drei Morde, Küche, Bad" Bühne in Rothenburg ob der Tauber geschrieben – und hat natürlich auch im Toppler Theater die Uraufführung (27.Juli). Das zweite Kriminalstück der Saison verspricht also auch etwas ganz Besonderes zu werden. In der schwarzen Komödie wird es sehr humorvoll zugehen, aber auch um Lebensräume, Lebensträume und um die Frage nach dem Zusammenhalt. Die gefragte Regisseurin Katja Wolff beginnt diese Woche mit den Vorproben in Berlin. Wir können gespannt sein! Hier können Sie mehr erfahren.

 

Neuerungen im neunten Jahr

Natürlich gibt es auch in der mittlerweile neunten Saison einige Neuerungen. So hat der ein oder andere sicher schon das Theaterauto in der Stadt gesichtet.

Das Theaterauto mit Theaterlogo
Das Theaterauto mit Theaterlogo

Zur Freude der Regieassistenten Anne-Kathrin Lipps und Norman Schock haben wir dieses Jahr ein eigenes Fahrzeug zur Verfügung. Dass das Auto zudem von Herrn Deinl kostenlos zur Verfügung gestellt wurde, ist besonders schön! Besorgungen und kleinere Transporte können endlich ohne Probleme erledigt werden.
Auch personell hat sich in diesem Jahr einiges verändert, so dass das Theaterbüro nun von mir geführt wird (Marian Jaworski). Zudem gibt es einige neue ehrenamtliche und bezahlte Kräfte, die Sie an der Getränke-Bar und der Abendkasse erwarten. Und einen sehr fleißigen Praktikanten, der uns tatkräftig unterstützt.
Eine weitere Neuerung sind die geänderten Anfangszeiten im August: statt wie bisher um 20:30 Uhr ist der Spielbeginn ab dem 1.8. schon um 19:30 Uhr. An Sonntagen wird hingegen auch schon im Juni und Juli um 19:30 gespielt. Die genauen Zeiten kann man problemlos im Spielplan (hier) nachlesen.

Hinter den Kulissen

Positives gleich vorweg: der Vorverkauf läuft, trotz aktuell durchwachsenem Wetter, in diesem Jahr besonders gut an (Karten erhalten Sie im RTS oder auf unserer Webseite). Karten gingen sogar schon in die USA und die Schweiz. Und eine schlechte Nachricht im Anschluss: Die Gastspiele des Danzig Baltic Quartett wurden kurzfristig abgesagt.

Noch knapp eine Woche liegen zwischen dem Verfassen dieses Textes und der ersten Premiere von „Ein Sonntag zum Töten“ am 22. Juni. Und vieles muss noch geplant und organisiert werden, viele Telefongespräche müssen noch geführt werden. Egal ob Blumen für den Premierenabend, Getränke für das Catering, oder der Dienstplan der ehrenamtlichen Kräfte: nun kommt alles zusammen und nichts darf vergessen werden. Da kann man für jede Unterstützung, für jede wohlwollende Geste dankbar sein. Und daher: Danke für die vielseitige Unterstützung, für all die ehrenamtliche Mitarbeit und positive Stimmung.

Ich wünsche allen einen spannenden, humorvollen und vor allem unterhaltsamen Theatersommer!

 

Marian Jaworski

Mein Name ist Marian Jaworski. Geboren wurde ich 1981 in Rothenburg ob der Tauber und ging hier auch zur Schule. Nach meinem Hochschulabschluss der Neueren und Neuesten Geschichte, fränkischen Landesgeschichte und politischen Theorie und Philosophie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, zog es mich erneut in meine Heimat zurück. Seit 2010 arbeite ich für das Toppler Theater. Zunächst als Regieassistent tätig, bin ich mittlerweile auch für Teile der Organisation und des Marketings zuständig.

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