Mit Swing, Tango und Foxtrott durch den Sommer – Saisonstart am Toppler Theater in Rothenburg ob der Tauber

Zum mittlerweile elften Mal öffnen sich in Kürze die Tore des kleinen Freilichttheaters im Nordhof des Reichsstadtmuseums. Dann darf sich Rothenburg ob der Tauber wieder „Theaterstadt“ nennen und das Kulturangebot wird erneut um eine Attraktion erweitert. In historischer Kulisse wird humorvolles und unterhaltsames dargeboten, das man am besten an den lauen Sommernächten bei einem Glas Rotwein oder Sekt genießen kann.

Noch etwas in Feierlaune nach dem zehnjährigen Jubiläumsjahr, geht es diesmal beschwingt und musikalisch zu. Gleich beide Eigenproduktionen drehen sich um das Thema Musik: Während in „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ von Richard Alfieri – der Name verrät es ja schon – ordentlich das Tanzbein geschwungen wird, begeben sich in „Wir sind mal kurz weg“ von Tilman von Blomberg gleich vier Männer auf eine sinnsuchende Reise und verarbeiten ihre Midlife-Crisis mit viel Gesang und Humor.

Beschwingter Auftakt in den Theatersommer im Rothenburger Toppler Theater: Sechs Tanzstunden in sechs Wochen mit Ilona Schulz und Tobias Rott. Foto: Balb

Premiere mit Feuerwerk

Zugegeben, das Feuerwerk am 27. Juni ist eigentlich als krönender Abschluss der Sommermesse am Spitaltorparkplatz gedacht. Aber es ist schon ein schöner Zufall, dass an dem Mittwoch zur gleichen Zeit auch die Premiere von „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ am Toppler Theater ihr Ende findet. Durchaus passend zum amerikanischen Trailerpark-Ambiente, das sich

Plakat zu „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“

Bühnenbildner Jan Freese für das Stück ausgedacht hat. Wohnwagen, Kunstrasen, Hecke und eine große Palme schmücken das Bühnenbild. Hier möchte die pensionierte Lehrerin Lily über eine Agentur das Tanzen lernen. Doch ihr potentieller Tanzlehrer Michael ist überhaupt nicht das, was sie erwartet hatte. Zwischen beiden kracht es bereits bei der Begrüßung.

Obwohl die beiden aufgrund ihrer unterschiedlichen Temperamente immer wieder aneinandergeraten, fassen sie bei Swing, Tango, Walzer und Foxtrott doch langsam Vertrauen zueinander. In leichtfüßigen, schnellen Dialogen erzählt Sechs Tanzstunden in sechs Wochen vom Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen zwei komplizierten Charakteren. Zwischen dem 27.Juni und 22. Juli haben Sie die Möglichkeit diese Komödie hautnah zu erleben.

Auf dem Jakobsweg zur Sinnsuche

Plakat zu „Wir sind mal kurz weg“

Schon als Teil der Rothenburger Stadtsilhouette ist sie eindeutig zu erkennen: Die Jakobskirche. Da passt es wunderbar, dass sich in der zweiten Eigenproduktion 2018 gleich vier männliche Darsteller auf eine sinnsuchende Reise auf den Jakobsweg begeben. Alles in der Hoffnung, ihre aufkommende Midlife-Crisis zu bewältigen. Das Schicksal und die Orientierungslosigkeit führen sie dabei zusammen. Die vier Prachtkerle, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sind gezwungen, eine Nacht mitten in der spanischen Pampa gemeinsam zu verbringen. Der Mann, das unbekannte Wesen, das sich nie öffnet, überwindet in dieser Situation seine Urinstinkte und Hemmungen – so auch unsere vier Helden. Am Lagerfeuer teilen sie plötzlich ihre Ängste, Hoffnungen und Träume. Es geht um Haarausfall und die Prostata, um verflossene Ehefrauen und nervende Geliebte, Erektionsprobleme und andere Verfallserscheinungen. Kurz: Um die ganz normale männliche Midlife-Crisis.

Katja Wolff in doppeltem Regieeinsatz

In beiden Eigenproduktionen übernimmt in diesem Jahr Katja Wolff die Regie. Als eine der gefragtesten Regisseure in Deutschland, sollte sie auch für die meisten Rothenburger keine unbekannte sein. Bereits 2016 konnten Besucher des Toppler Theaters ihre Arbeit in der Uraufführung von „Drei Morde, Küche, Bad“ (von Carsten Golbeck) erleben. Die Saison verspricht also rasant und unterhaltsam zu werden. Mit am Start ist auch wieder Bühnen- und Kostümbildner Jan Freese, der ebenfalls bei beiden Stücken mitwirkt. Als Schauspieler(innen) konnten in diesem Jahr Ilona Schulz, Tobias Rott, Stefan Gossler, Alexander Wipprecht, Stephan Schill und Dirk Witthuhn verpflichtet werden. Den ein oder anderen Darsteller dürfte man schon im Kino oder TV gesehen bzw. in einem Hörbuch erlebt haben.

Die Darsteller 2018 (von links): Ilona Schulz, Tobias Rott, Stefan Gossler, Staphan Schill, Dirk Witthuhn und Alexander Wipprecht

Gastspiele

Natürlich dürfen auch die Gastspiele im elften Jahr nicht fehlen. Wie immer mit dabei: Die rothenburger Hans-Sachs-Gilde am 20. Juli. „Böses zur guten Nacht“ gibt es am 1. Juli mit Schauspieler und Regisseur Benjamin Hille – der bereits 2015 in „Der dressierte Mann“ auf der Toppler-Bühne stand. Auch Alexandra Völkl ist wieder dabei und zeigt uns erneut, warum „Die Männer […] schon die Liebe wert“ sind (2. und 8. Juli). Ebenfalls musikalisch wird es bei dem Chansonabend „Von Reue Motten und roten Rosen“ am 15. und 27. Juli. Ulrike Koch und Atischeh Hannah Braun geben uns dabei einen Einblick in das Leben der drei Diven Hildegard Knef, Marlene Dietrich und Edith Piaf.

Ein historisches Solotheater bietet Markus Grimm am 28. Juli. In „Riemenschneider“ soll der Mensch hinter dem bemerkenswert künstlerischen Werdegang näher beleuchtet werden. Historisch wird es dann noch einmal am 19. Und 20. August mit Jutta Seifert. In „Courasche“ wird das außergewöhnliche Weibsstück aus dem Roman von Grimmelshausen lebendig und erzählt die Geschichte eines wilden und gefährlichen Lebens.

Ehrenamtliche Unterstützung und Informationen

Zwar stehen jedes Jahr aufs neue Profis auf der Bühne, hinter den Kulissen passieren aber etliche Arbeiten auf ehrenamtlicher Basis. Egal ob Catering, Auf- und Abräumarbeiten, Organisation: ohne unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter müsste der Vorhang wohl geschlossen bleiben. Gerade im Bereich des Caterings braucht das Theater immer wieder hilfsbereite Damen und Herren, die sich engagieren wollen. Sollten Sie auch dazu gehören, dann sprechen Sie uns doch einfach einmal an! Wir sind für jede Hilfe dankbar.

Informationen zu unseren Stücken, einen ausführlichen Spielplan, Kontaktadressen und einen Belegungsplan finden Sie unter www.toppler-theater.de. Und natürlich können Sie auch Karten online bestellen – egal ob auf unserer Webseite, oder direkt bei Reservix.de.

Wir freuen uns schon auf einen erlebnisreichen Sommer. Hoffentlich mit ihnen zusammen!

Marian Jaworski

Mein Name ist Marian Jaworski. Geboren wurde ich 1981 in Rothenburg ob der Tauber und ging hier auch zur Schule. Nach meinem Hochschulabschluss der Neueren und Neuesten Geschichte, fränkischen Landesgeschichte und politischen Theorie und Philosophie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, zog es mich erneut in meine Heimat zurück. Seit 2010 arbeite ich für das Toppler Theater. Zunächst als Regieassistent tätig, bin ich mittlerweile auch für Teile der Organisation und des Marketings zuständig.

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