Moderne Kunst in Rothenburg: M-ART, die Galerie von und mit Werner Henkelmann

M-ART steht für modern art – also Kunst der Moderne – und benennt die Galerie des Künstlers Werner Henkelmann in Rothenburg ob der Tauber mit seinen Kunstwerken, die zuvor noch nie ausgestellt wurden.

Eigentlich ist M-ART eine Notlösung, weil „mehr passte nicht aufs Gartentor“. Henkelmann wurde vor 91 Jahren hier in Rothenburg geboren, lernte den Beruf des Maurers, studierte aber auch an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg. Aufgrund einer Querschnittlähmung ist er schon fast 60 Jahre an den Rollstuhl gebunden, aber nun hat er den Entschluss gefasst, eine Auswahl seiner eigenen Kunst in der hauseignen Galerie öffentlich zu zeigen.
Ca. 80 Exponate zieren Eingangsbereich, Wohnzimmer und ehemaliges Schwimmbad seines Hauses. Der Künstler leitet den Besucher durch einen extra Eingang von außen in die Räumlichkeiten.

Werner Henkelmann
Werner Henkelmann in seiner Wohndiele, Foto: Andrea Müller

Dort sind in einer Art Petersburger Hängung viele großformatige Kunstwerke auf Leinwänden zu sehen. Und diese erzielt genau das, was sie soll: ob mit Öl- oder Aquarell-Farben gemalt, die hohe Zahl an Werken an den Wänden übereinander und nebeneinander wirkt, und beeindruckt durch ihre farbintensiven Darstellungen. Man lässt den Blick über die Bilder schweifen und entdeckt mehrere Triptychen, Landschaften, abstrakte und figürliche Darstellungen; viele weibliche Akte, hie und da ein Mann – aber angezogen. Oft kubistisch dargestellt. Auch findet man Rothenburger Wahrzeichen, wie das Plönlein, mal im Hintergrund, mal prägnant im Zentrum.
Werner Henkelmann, Landschaft, Rothenburg
Landschaft, Foto: privat

Seine Grafiken bewahrt er größtenteils im Schrank, der im Schwimmbad steht, auf: „Das sind einfach zu viele, um sie rahmen zu lassen.“ Er zeichnete mit Kohle, Filzstift, Bleistift, Kugelschreiber uvm., in den kälteren Monaten habe er dann die Zeichnungen auf Leinwand und Farbe umgesetzt.
Werner Henkelmann, Aktstudie, Rothenburg
weibliche Aktstudie, Foto: privat

Viele Werke konnte er in seinen Lebensjahren anfertigen. Datieren kann er sie größtenteils schon gar nicht mehr: „Das Jahrzehnt dazu kann ich Ihnen vielleicht noch nennen.“
In der letzten Zeit ist Henkelmann wegen körperlicher Beeinträchtigungen kaum noch künstlerisch tätig, er scheut das Gespräch mit Besuchern aber keineswegs – der Künstler selbst ist quasi immer für ein Künstlergespräch anwesend. Verkaufen will er aber nur bedingt.
Werner Henkelmann, Akt, Triptychon, Rothenburg
Akt im Dorf, Triptychon, Öl auf Leinwand, 110x350cm, 2003, Foto: privat

Der Eintritt zur Galerie ist frei, Werner Henkelmann bittet aber im Vorfeld Interessierte um telefonische Anmeldung unter: 09861/4579.

Das Cover der Juni-Ausgabe des Rothenburger Stadtmagazins ROTOUR zierte eine Arbeit von Werner Henkelmann und porträtiert den 91-jährigen und seine Geschichte in einem ausführlichen Artikel:
www.rotour.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.