Was macht denn der Teufel im Weihnachtsmuseum?

Adventszeit – da liegt es nahe sich im Weihnachtmuseum in der Herrngasse von Rothenburg ob der Tauber umzuschauen. Dort sind wir auf eine gar fürchterliche Gestalt gestoßen…

Er hat feurige Augen. Er hat einen bösen Blick. Er hat zotteliges Fell, Bocksbeine und Hörner. Und er kommt in den Farben rot-schwarz daher. Recht teuflisch steht er so im Weihnachtsmuseum von Käthe Wohlfahrt ganz in der Nähe des lieben Nikolaus. Doch wer ist dieser Fiesling im sonst so harmonisch-festlichen Umfeld? Gäste aus Österreich, dem Süden Bayerns und Teilen Schwabens könnte anhand der Beschreibung schon ein Licht aufgehen. Denn in diesen Regionen ist das Brauchtum des Krampus präsent, vielfach wird es mit sogenannten Krampusläufen begangen.

Den Krampus findet man im Rothenburger Weihnachtsmuseum in allen möglichen Facetten.
Den Krampus findet man im Rothenburger Weihnachtsmuseum in allen möglichen Facetten. Fotorechte: Käthe Wohlfahrt

In diesen Regionen tritt er als grantiger Begleiter der Gabenbringer auf – zunächst mit dem Nikolaus, in der späteren Entwicklung der Figur dann durchaus aber auch mit dem Weihnachtsmann. Seine Aufgabe: unartige Kinder spielerisch bestrafen. Seine Mittel: eine Rute oder auch mal ein Sack, in den er besonders freche Kinder steckt und um das Haus trägt. Solche erzieherische Maßnahmen kennt man sonst nur von Knecht Ruprecht, ähnlich wie dieser tritt Krampus als Pendant zu den braven Engelchen und Zwergen auf, die den „guten“ Kindern die Geschenke reichen. Vergleichbare disziplinierende Begleiter des Nikolaus sind Hans Muff oder der fränkische Pelzmärtel. Der Krampus erinnert in seiner Darstellung auch an den Brauch der Wilden Männer, die in vielen Orten den Winter austreiben.

Schöne Grüße: Der Krampus gehört in einigen Regionen Deutschlands fest zum weihnachtlichen Brauchtum. Fotorechte: Käthe Wohlfahrt

Im Weihnachtsmuseum von Rothenburg ob der Tauber finden sich die Darstellungen der Krampus-Figur in vielfältiger Form: als Füllbehälter mit Geschenk (welches das ungehorsame Kind nach der spielerischen Bestrafung dann doch erhielt), auf kunstvollen Geschenk- und Souvenirkarten oder in Form einer lärmigen Tröte. Zudem finden sich Holz- und Stoffmodelle des Krampus in der Ausstellung in der Herrngasse.

Strenger Begleiter des Nikolaus: Vor dem Krampus brauchen brave Kinder keine Angst haben. Foto: Käthe Wohlfahrt

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